Der 1. Helmut Jung Gedächtnismarathon am 18.10.2008 in Kaltenkirchen wäre eigentlich der 3. Kaltenkirchener Herbst-Marathon gewesen, doch die Umstände um den tragischen Tod unseres Sportfreundes und Vereinskollegen Helmut Jung und seiner Frau im August 2007 hatten dazu geführt, dass dieses Event, bei dem Helmut Jung 2007 seinen 200. Marathon/Ultra laufen und mit uns feiern wollen, nunmehr ihm gewidmet ist.
Wie immer, wenn RD Arne Franck zu einem Lauf einlädt, konnte man eine mustergültig organisierte Veranstaltung erwarten, und so hatte ich mich bereits im Ziel des Vorjahres-Laufes für 2008 (und diesmal auch wieder im Ziel für 2009) angemeldet. Wie immer waren auch vor dem Meldeschluss sämtliche Startplätze restlos ausgebucht, wobei diesmal über Halbmarathon, Marathon und Staffel-Marathon insgesamt 315 Läufer auf der Strecke unterwegs waren.
Obwohl Kaltenkirchen ja nur knapp 30 km von Volksdorf entfernt liegt, hatte ich mit Michael Baß und Christine Schroeder eine Fahrgemeinschaft gebildet, die auch prima funktionierte. Stressfrei erreichten wir den Veranstaltungsort gut 30 Minuten vor dem Start, hatten also noch ausreichend viel Zeit zum Abholen der Startunterlagen, den üblichen letzten kleinen Vorbereitungen sowie zum Begrüßen der vielen anwesenden Lauffreunde.

Werner Burmeister (li.) und Helmut Rosieka vor dem Start
Mehr oder weniger von allein bildete sich dann vom Start weg wieder die bewährte Dreier-Laufgemeinschaft, bestehend aus Christine Schroeder, „Kaleu“ Günter Heyer und mir, die auch über die volle Distanz zusammen blieb.
Anfangs lief auch Günter Antoni aus Buxtehude mit uns, der dann jedoch versuchte, uns zu entkommen, und dafür im Mitteldrittel der Distanz von uns heftig versägt wurde.

Unsere Gruppe am Ende der ersten Runde: # 14 Günter Heyer, # 55 Günter Antoni

Christine Schroeder genießt...

Günter Antoni beginnt zu kämpfen.
Klar, die zu absolvierenden zehn Runden hatten es wieder einmal in sich, vor allem das wurzelige Cross-Stück parallel zur Autobahn A7 zwischen Kilometer 2 und 3. Andererseits war es wunderschön, durch die herbstlichen Wälder und Wiesen zu laufen. Und vereinzelt fand sich sogar noch „Streckenverpflegung“ im wahrsten Sinne, nämlich einzelne übriggebliebene, sehr leckere Himbeeren an den Sträuchern.
Nachdem ich vor zwei Jahren hier mit dem Kaleu eine 5.38.22 h und im letzten Jahr zusammen mit Claudia Erdmann eine 4.54.32 h gelaufen war, hatte ich diesmal eine Zeit um 5 Stunden prognostiziert. Damit sollte Christine, die im Vorjahr 5.31.01 h gelaufen war, ihre persönliche „Streckenbestzeit“ in Kaltenkirchen um eine halbe Stunde steigern können!
Wir waren gut und zügig unterwegs und legten in der ersten Runde gleich schon mal eine 28.13 min als Rundenzeit vor. Doch auch während der nächsten vier Runden waren wir – berücksichtigt man die Verpflegungsaufnahme – mit Rundenzeiten von 29.15, 29.46, 29.28 und 29.32 min kaum langsamer unterwegs, so dass wir die erste Hälfte damit in 2.26.14 h „im Kasten“ hatten.
Wobei wir Urgestein Manfred Hopp noch lange Zeit immer im Pendelstück zwischen km 1 und 2 in Sichtweite hinter uns hatten!
Wir genossen weiter die Strecke und dabei vor allem auch die Segmente, in denen man zu anderen Läufern herüberschauen und -rufen konnten, wobei wir uns nun in der zweiten Streckenhälfte den „Luxus“ leisteten, einen Gang herunterzuschalten und die nächsten fünf Runden in Zeiten von 30.16, 30.15, 30.58, 31.33 bzw. 31.16 min zurückzulegen.
Dies erlaubte uns, Christine oder den Kaleu immer wieder aufschließen zu lassen, wenn diese gelegentlich mal eine kleine Lücke aufreißen ließen.

Das Leben kann so schön und einfach sein!
Interessant war Christines Reaktion, als ich sie gut 5 km vor dem Ziel, also im Schlusskilometer der vorletzten Runde darauf hinwies, dass wir nun noch rund 67 Minuten für diese 5 km hätten, um genau auf ihre Vorjahreszeit zu kommen. Ob wir das wohl schafften? – Christine verstand erst gar nicht. Wie sich herausstellte, wähnte sie uns die ganze Zeit über nicht auf Kurs 5 Stunden, sondern auf Kurs 5 ½ Stunden!
Jedenfalls erklärte ich ihr, dass wir wohl eine 5.00er oder 5.01er Zeit erreichen würden, was sie kaum glauben wollte.
Gut 5 km später zeigte die Uhr dann bei unserem gemeinsamen Zieleinlauf für alle drei von uns eine 5.00.32 h! Womit Christine sich in Kaltenkirchen von 2007 auf 2008 um eine halbe Stunde gesteigert hatte und ich meine prognostizierte Zeit um fünf Stunden gelaufen war.

Fachfrauen-Gespräch über Massagen: Claudia Erdmann und Christine Schroeder

Claudia Erdmann nach der Massage
Nach dem Lauf trafen wir uns dann alle im Festzelt zur Post-Race-Party mit Nudeln und Soße, heißen Würstchen, Kuchen vom Blech und Getränken satt und hatten dabei viel, viel Spaß. So saßen Claudia Erdmann (die zuvor mit Christine fachfraulich über die Kaltenkirchener Massagen gefachsimpelt hatte), Michael Richter, Doris & Mario Sagasser, natürlich der Kaleu, Michael und Christine mit am Tisch und Manfred Hopp und seine Frau Petra am Nebentisch.

Christine Schroeder nach dem Post-Race-Carboloading

Claudia Erdmann

Petra und Manfred Hopp sind satt.
Ich denke, dass Helmut Jung seinen Spaß gehabt hätte, wenn er mitten unter uns hätte sitzen können…
Danke an Arne Franck und alle seine engagierten ehrenamtlichen Helfer, die uns diesen wunderbaren Lauf ermöglichten!
Christian Hottas