Es war einmal ein nass-kalter Sonntagmorgen im frühen Januar, da versammelten sich unerwartet viele Marathonläufer in einem Naturschutzgebiet, um – diesmal ziemlich ungestört von Schönwetter-Spaziergängern – eine Geburtstagsparty über 16,3 Runden zu feiern…
Im Klartext: Beim 3. Doris Sagasser Marathon am 04.01.2009 um 09 Uhr trafen sich – bei Temperaturen um 1-2 °C sowie Schneeregen (mit Betonung auf Regen!) – 18 (in Worten: achtzehn!) Menschen + 2 Hunde an den Teichwiesen.
Mit dabei war als Ehrengast das Geburtstagskind Doris Sagasser, das zwar nicht offiziell teilnahm, aber wenigstens das Feld auf die Strecke schickte und dabei gleich auch die ersten 2,3 Runden selbst mitlief. (Mehr erlaubte eine kürzlich durchgeführte OP noch nicht.)
Vom Start weg übernahmen Teichwiesen-Rookie Ralf Vollmer (Buxtehude) und Werner Burmeister (Glinde) die Führung. Allerdings konnte Werner Ralfs horrendes Tempo dann doch nicht allzu lange mithalten, so dass Ralf dann beim „gewohnheitsmäßigen“ Überrunden seiner Mitstreiter alleine laufen musste. Schaffte er auch problemlos und sicherte sich in 3.32.33 h den Sieg sowie (nach Frank Berkas & Peter Kellermanns 4.37.25 h vom 01.01.09 und Norbert Schulz’ 4.09.08 h vom 03.01.09) eine neue Teichwiesen-Jahresbestzeit 2009!
Glückwunsch, Ralf, prima Einstand!
Rang 2 wurde gleich dreimal vergeben, und zwar an drei HSV-Fans: Nämlich erstens an Werner Burmeister, zweitens an Hiren Kurani und drittens an Mario Sagasser (beide Henstedt-Ulzburg). Dabei waren alle drei höchst unterschiedlich Strategien gelaufen! Werner ja wie erwähnt von vorne weg, indem er einfach versuchte, seinen gemeinsam mit Ralf Vollmer herausgelaufenen Vorsprung auf seine Konkurrenten bestmöglich zu verteidigen. Hiren, indem er eine zügige erste Marathonhälfte in 2.03.28 h vorlegte und dann einen Hasen fand, der in in der zweiten Streckenhälfte zu einer 2.00.30 h zog. Mario, der die ersten 2,3 Runden zusammen mit seiner Frau (und einigen weiteren Läufern) am Ende des Feldes mitlief, dann seine Aufholjagd startete und auf den letzten Runden dann Hiren mitzog.
Jedenfalls liefen alle drei eine Endzeit von 4.03.58 h, was für Hiren neue persönliche Teichwiesenbestzeit bedeutete. Kein Wunder, dass er später per e-Mail konstatierte: „…hat wieder mal Spaß gemacht, an den Teichwiesen zu laufen. Sollte ich doch öfter mal dort laufen.“
Rang 5 gehörte dann endlich dem ersten Hamburger: Auch Ulrich Niehuß, der am Vortag schon mal zu einer kleinen Streckenbesichtigung angereist war, gab sein Teichwiesendebüt, das er schön gleichmäßig in 4.10.54 h durchzog. Well done!
Auf Rang 6 folgten dann der dritte Teichwiesendebütant des Tages und zugleich der dritte Henstedt-Ulzburger, nämlich Christian Staden (er war kurzfristig am Vortag noch von Hiren Kurani „angeheuert“ worden), und zeitgleich mit ihm Peter Genz (Schwarzenbek). Beide „hatten“ nach 4.29.42 h fertig.
Walter Radlof (Hamburg) hatte als ältester Teilnehmer des Tages bereits am 28.12.2008 im Öjendorfer Park mit einer 4.51er Zeit eine tolle Leistung geboten und daraufhin beschlossen, seine gute Form auch an den Teichwiesen auszukosten. Diesmal war er noch besser drauf als im alten Jahr und holte sich in 4.44.55 h Gesamtplatz 8. Respekt!
Bis Runde 13 hatte dieser Platz noch Peter Kummer (Hamburg) und Hund Chico gehört, doch hatte Peter in der ersten Hälfte ein wenig überzogen und so blieben beide, nachdem sie in ihrer 12. Runde das Duo Christine Schroeder / Christian Hottas zum Überrunden „eingefangen“ hatten, bis zum Ziel bei diesen beiden und „mussten“ so erst Walter und dann Ende der vorletzten Runde auch noch Sina & Rosemarie von Kocemba (Kiel / Erlangen) passieren lassen.
Dies bedeutete, dass sich Schäferhündin Sina (fast 14 Jahre) am Ende doch noch in der Hundewertung gegen Terrier Chico (4 ½ Jahre) durchsetzen konnte, ebenso wie ihr Frauchen Rosemarie von Kocemba die Frauenwertung gewann. Beide wurden in 4.47.28 h (übrigens Saisonbestzeit bei bereits drei Marathons in 2009!) Neunte.
Für Chico und sein Herrchen Peter Kummer blieb folglich Rang 10, wobei Chico bei seinem erst zweiten Marathon in 4.50.26 h eine neue persönliche Bestzeit lief.
Platz 11 wurde dann wieder einmal geteilt, wobei sich Jörg Koenig (Stade) und Peter Wieneke (Hamfelde) in 4.53.37 h zugleich auch den Altersklassensieg der M60 teilten.
Platz 12 gehörte schließlich Erika Köhn, die (nach vorheriger Absprache) wegen dringender Nachmittagstermine rund 80 Minuten früher gestartet war (und damit noch mehr Regen abbekommen hatte). Für sie stand im Ziel eine 4.57.26 h zu Buche.
Während Veranstalter Christian Hottas bei seinem dritten Marathon des neuen Jahres ausgesprochen locker und gut drauf war, musste Christine Schroeder diesmal im Schlussdrittel doch etwas mehr beißen als zuletzt gewohnt. Dennoch zogen beide ihren Lauf wieder einmal gemeinsam durch, der für beide (ebenso wie für Jörg Koenig) zugleich auch Abschlusstraining vor dem 24-Stunden-Indoor-Lauf in Aarhus / DEN am kommenden Wochenende war. Für die eigentlich angestrebte Hahn-/Weber-Zeit von 5.12 h hätten beide in der Schlussrunde jedoch zu sehr bummeln müssen, wovon sie in Anbetracht der niedrigen Temperaturen dann doch absahen. So wurde es halt eine 5.11.16 h und eh Rang 14.
Immerhin hatten beide gegen Ende ihrer vorletzten Runde noch Heinz-Helmuth Kohl (Assel, am kommenden Wochenende ebenfalls in Aarhus mit von der Partie) überrundet. Er sicherte sich in 5.33.57 h Rang 16.
Damit gehörte die Strecke am Ende noch eine gute halbe Runde ganz allein Manfred Hopp (Norderstedt). Manne, der seinen Lauf am Neujahrstag vorzeitig abgebrochen hatte, weil ihn seine Frau Petra per Mobile informiert hatte, dass es ihr gesundheitlich schlecht ging, lief diesmal wieder seine 16,3 Runden zuverlässig durch und erreichte in 5.50.22 h das Ziel.
Lediglich Hartmut Feldmann (Hamburg), der bereits vorher angekündigt hatte, nicht durchlaufen zu wollen, stieg vorzeitig aus: Er begnügte sich mit 8,3 Runden = 21,5 km in 2.21.40 h.
Sabine Winkler (Grabow), die am Vortag durchgelaufen war, hatte bereits vor dem Start die Segel gestrichen und um 8.24 h per SMS aus familiären Gründen abgesagt.
Fazit: Der 3. Doris Sagasser Marathon am 04.01.2009 präsentierte zwar im Gegensatz zum 1. Doris Sagasser Marathon am 04.01.2003 nass-kaltes Schmuddelwetter statt traumhaft winterlichen Neuschnee, aber ansonsten gab es einfach nichts zu meckern, war es wieder einmal ein richtig schöner Teichwiesen-Marathon!