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Aarhus / DEN - 1st Aarhus 24 Hours Indoor Run am 10./11.01.2009 - Bericht von Christian Hottas

Der 1st Aarhus Indoor Run 24 Hour in der NRGI Arena in Aarhus / DEN am 10./11.01.2009 stand bevor, und ich hatte immer noch keine rechte Laufstrategie. Nach meiner geplatzten Reise zum 48-Stunden-Lauf über die Jahreswende stand zwar fest, dass ich also aus den letzten 20 Tagen „nur“ 10 Marathons (9 x Teichwiesen und 1 x Öjendorf) in den Beinen haben und mithin frisch sein würde, aber andererseits hatte ich keine klare Motivationslinie, ob ich dort denn nun schnell laufen wollte, und vor allem, wie ich dies anstellen sollte.

Klar war: Es würde mein erster 24-Stunden-Lauf Indoor werden, bei dem ich meine 24-Stunden-Indoor-Bestleistung von 155,000 km aus dem Jahr 2000 (Zwischenleistung aus dem 48-Stunden-Indoor-Lauf in Brno / CZE) knacken und möglichst auf über 100 Meilen steigern wollte…

Bereits im Vorfeld des Laufwochenendes gab es die ersten Probleme mit der An- und Abreise. Geplant war eine Fahrgemeinschaft mit Christine Schroeder, Michael Baß und meiner englischen Lauffreundin Pam Storey (mit der ich zuletzt am 14.12.2008 den Hastings Marathon gelaufen war). Wobei ich vor allem darauf aus war, nicht selbst fahren zu müssen, und dies vor allem nach dem Rennen nicht.

Fünf Tage vor dem Start fiel dann Michael Baß verletzungsbedingt aus, und gleichzeitig hatte sich Christines Mann als Mitfahrer angesagt, der jedoch keine drei fremden Läufer im Auto haben wollte. Glücklicherweise bot sich erst Werner Burmeister an (allerdings nur für die Hinfahrt, er lief ja nur den Marathon und fuhr danach nach Kalundborg weiter), ehe sich mit Torsten Birnbach eine Super-Mitfahrgelegenheit für beide Richtungen ergab.

Pam traf – von London kommend – am Freitag kurz vor 14 Uhr bei mir in der Praxis ein, und gemeinsam fuhren wir gegen halb vier zu mir nach Hause, holten meine Tasche und trafen Torsten gegen 16.15 Uhr in Hammoor nahe der Auffahrt zur A21.

Wir kamen gut durch, klönten unterwegs munter auf Englisch und trafen kurz nach 20 Uhr in Aarhus ein. Das Clubhaus von Aarhus 1900 lag zwar etwas versteckt, aber im zweiten Versuch wurden wir dann doch fündig.

Hier trafen wir eine bunte Gemeinschaft an: Aus dem 100MC und seinem Umfeld waren bereits Werner Burmeister, „Ultrajörg“ Koenig und „Altkanzler“ Heinz-Helmuth Kohl vor Ort, aus Süddeutschland Martin Sattler und Josef Willerich, aus Schweden Stefan Samuelsson (RD des Gax 100 im August) und K-G Nyström sowie Bertil Palmqvist, dazu einige Läufer, die ich namentlich nicht kannte. Wir platzten quasi mitten ins Abendessen hinein, wobei Werners „Handgepäck“, ein Kasten Warsteiner, die notwendige Volumenzufuhr sicherstellen half. Wir mochten denn auch nicht zulassen, dass er sich auf dem Heimweg mit einem halbvollen Kasten herumplagen musste, und langten dementsprechend zu…

Gegen halb zehn trafen dann auch „Laufgenosse“ René Wallesch und „Affenzahn“ Thomas Radzuweit, die mit der Bahn angereist waren, ein und halfen uns nach Kräften.

Um 23 Uhr kehrte dann Nachtruhe ein, wobei wir alle mit unseren Isomatten und Schlafsäcken ziemlich dichtgedrängt lagen. Aber da niemand schnarchte – selbst K-G nicht, obwohl Martin Sattler dies befürchtet hatte und deswegen lieber in seinem Auto nächtigte! – schlief ich ziemlich gut durch und fühlte mich am Morgen gegen halb acht richtig schön ausgeschlafen und frisch.

Zum anschließenden Frühstück im Vereinsheim tauchte dann auch Christine auf, die mit ihrem Mann im nahegelegenen Hotel Quartier bezogen hatte. Das Frühstücksangebot war super und viel zu reichhaltig, um es ausnutzen zu können, zumindest wenn man nachher noch laufen wollte…

Gegen 8.45 Uhr ging wir dann zu Fuß die rund 300 Meter zur NRGI Arena, und während Christine und ihr Mann mit Sabine Winkler und ihrem Freund Martin im Bistro nebenan frühstückten, holten wir schon mal unsere Startnummern ab und bauten unsere Taschen, Isomatten und Decken in einer der Garderobennischen auf.

 

Die Laufstrecke als Skizze

Die Organisation um RD Kent Møller erwies sich als ausgezeichnet: Es war wirklich für alles gesorgt, und alle Ansagen erfolgten in Dänisch, Deutsch und Englisch! So auch das Briefing eine Viertelstunde vor dem Start.

Pünktlich um 10 Uhr standen wir alle am Start, wobei außer mir anscheinend niemand näher an das Startband herantreten wollte. Das eröffnete mir die Chance, als erster loszustürmen und – wie einst bei meinen 100-km-Läufen in Quickborn – während der ersten 251,21-Meter-Runde die Gesamtführung zu behaupten! Whow!

Beim Startschuss gleich in der ersten Reihe (Foto: Steffen N. Christensen)

Eine ganze Runde lang sollte ich das Feld anführen...! (Foto: Steffen N. Christensen)

Danach nahm ich das Tempo wieder deutlich zurück und ließ die „schnellen Hirsche“ vor.

Immerhin hatte ich den ersten Kilometer – genauer: die ersten 4 Runden = 1004 ,84 Meter – in knapp über 6 Minuten zurückgelegt… Viel zu schnell!!!

Doch auch alle anderen Läufer hatten ein ziemlich hohes Tempo aufgelegt, was  Christine nicht ausschloss. Auch sie legte „munter“ los und strebte auf eine Marathon-Zwischenzeit unter 5 ½ Stunden zu!

Auch Christine ist mächtig schnell... (Foto: Steffen N. Christensen)

Nach 30 Minuten werden die Marathonläufer gestartet. Schnell durch und weg! (Foto: Steffen N. Christensen)

Ich bemühte mich, weiterhin locker und ruhig zu laufen, einerseits ohne zu schnell zu sein, andererseits ohne mich zu sehr aus meinem Laufrhythmus herunterzubremsen. Als nach einigen Runden die hektisch wirkenden Überholmanöver meiner Mitstreiter nachließen, hatte auch ich inzwischen meinen Rhythmus gefunden.

Und davon konnten mich dann auch die 30 Minuten nach uns gestarteten und auf der acht Meter längeren Außenbahn laufenden „Bambiniläufer“ (= Marathonis) nicht mehr abbringen.

Immerhin sorgten die Marathonläufer, unter denen sich einige bekannte Gesichter befanden, für zusätzliche Kurzweil.

Da war natürlich erst einmal 100MC-Neumitglied Werner Burmeister aus Glinde, der uns anfangs zügig, später etwas verhaltener überrundete und nach seinem Finish nach 4:16:59 h zu bedauern schien, die geschützte Umgebung unserer Laufstrecke verlassen zu müssen, um anderntags in Kalundborg wieder draußen im Kalten laufen zu „müssen“.

Da war gleichermaßen unser dänischer Lauffreund Dr. Tor Rønnow aus Kopenhagen, der mit seiner attraktiven Freundin angereist war und den Indoor-Marathon als blondes dänisches Schulmädchen mit Perücke, Bluse und Rock lief. Da Tor wie üblich unterwegs auch noch fleißig fotografierte (und dazu auch die Laufstrecke verließ, um sie aus der ersten Etage des benachbarten Verwaltungstraktes von oben abzulichten), blieb er in 5:00:41 h knapp über der 5-Stunden-Grenze. Auch er lief übrigens am Sonntag in Kalundborg.

"Schulmädchen" Tor Rönnow flirtet... (Foto: Steffen N. Christensen)

Da war auch Lars Simonsen, der bereits an den Teichwiesen mitlief und in Öjendorf fast Stammgast ist. Ihn hatte ich zuletzt am 06.12.2008 beim Untertage-Marathon in Sondershausen in der Schlussrunde total versägt. Diesmal lief er aber wieder ein gewohnt starkes Rennen und finishte in 3:56:57 h.

Und da war schließlich unser alter Freund Toni E. Kjaer aus Aarhus, der sich dieses außergewöhnliche Heimspiel nicht entgehen lassen konnte. Er lief hier seinen 265. Marathon, womit er in der dänischen Sammlerrangliste weiterhin Platz 3 (hinter Erhard Filtenborg und Anders Much Madsen) belegt. Toni begann wie immer ziemlich schnell und wurde dann noch schneller langsam, so dass er am Ende als einziger Marathonläufer noch den Richtungswechsel nach 6 Stunden „mitnehmen“ konnte. Er erreichte das Marathon-Ziel nach 6:07:14 h.

Ich selbst hatte meine ersten 40 Runden = 10,048 km in 1:06:27 h, also nur knapp über 6 ½-Minuten-Tempo, im Kasten. Und auch für die zweiten 40 Runden brauchte ich mit 1:07:56 h nur unwesentlich mehr Zeit. Das war weit zügiger, als ich erwartet hatte! Andererseits fühlte es sich locker und nicht zu schwer an, so dass ich mich auf diesen Schnitt einließ.

Während der folgenden 20-Runden-Abschnitte (= jeweils 5,024 km) gelang es mir dann, mein Lauftempo über 33:25 min, 35:06 min, 34:21 min, 35:18 min und 36:45 min auf 37:04 min zu drosseln, was bedeutete, dass ich meinen ersten Marathon (hier: 42,203 km) in 4:46:52 h und meine ersten 50 km (hier: 50,242 km) in 5:46:22 h beendete.

Bis Kilometer 70 lief ich noch jeweils unter 8:00 min/km, danach (mit Ausnahme des Abschnitts zwischen km 80 und 85, der mit 7:50 min/km wieder etwas schneller war) bis km 105 im Bereich zwischen 8:02 und 8:57 min/km.

Damit hatte ich meinen zweiten Marathon (hier: 84,407 km) nach 10:19:42 h und die 100 km (hier: 100,233 km) in 12:36:31 h im Kasten.

Auch wenn ich meine aktuellen Rundenzeiten nur sporadisch kontrollierte, so hatte ich meine Leistung, und zwar vor allem meine aktuell zurückgelegte Distanz, jederzeit problemlos unter Kontrolle.

Dazu trug auch die wirklich vorbildliche Rundenanzeige bei: Immer wenn man gerade eine Runde vollendet hatte und von der EDV erfasst und gezählt worden war, konnte man rund 30 Meter später an der folgenden Stirnwand sein aktuelles Zwischenergebnis mit Startnummer, Name, Vorname, Club, letzter erfasster Laufzeit und zurückgelegter Distanz lesen. Natürlich auch die Daten der jeweiligen Vorder- und Hinterleute, was einem dazu verhalf, immer wieder die zwischenzeitlichen Abstände zu überblicken.

So sah ich, dass ich ziemlich rasch mehr als 20 Runden (= 5 km)  Vorsprung auf einen Vereinskollegen herausgelaufen hatte, der im letzten Sommer in Schenefeld nur rund 4 km hinter mir gelegen hatte. Später erhöhte sich dieser Vorsprung immer mehr, um am Ende stolze 122 Runden (= 30,5 km) zu betragen.

„Ultrajörg“ Koenig dagegen lag immer wieder mal vor, dann mal wieder hinter mir. Er absolvierte ein ähnliches Tempo, wobei wir ziemlich schnell feststellten, dass wir nicht gegeneinander, sondern eindeutig miteinander liefen. Jeder war mit seiner bis dahin erreichten Leistung eindeutig mehr als zufrieden und respektierte in gleicher Weise die des anderen.

Dies galt im Übrigen auch für Stefan Samuelsson, den RD des Gax 50 und Gax 100 (einem 50- bzw. 100-Meilen-Laufes mit Start und Ziel in Ystad). Stefan ist normalerweise ein mir weit überlegener Läufer. Allerdings hatte er diesmal nicht seinen besten Tag erwischt, so dass ich ihn im Mitteldrittel des Laufes ziemlich widerstandslos überholen und zunehmend distanzieren konnte. Später saß er dann zweimal für längere Zeit in einer Nische auf einem Stuhl, lehnte sich seitlich an und schlief dabei tief und fest. So lag er am Ende er 27,1 km (= 108 Runden) hinter mir, was definitiv nicht seinem zweifellos viel höheren läuferischen Wert entspricht.

Christine Schroeder zeigte hingegen allen, was man mit kompakter Vorbereitung auch bereits im fünften Ultramarathon bzw. zweiten 24-Stunden-Lauf an Konstanz, Leistung und Kontrollvermögen bieten kann! Sie lief ähnlich wie ich ganz konstant ihren Stil. So dauerte es stets ziemlich gleich lange, bis ich ihr – peu a peu – wieder eine Runde abnehmen konnte. Und im Mittelteil des Rennens liefen wir dann immer wieder Runde für Runde zusammen, meist so etwa ein Dutzend, bis sie – ganz kontrolliert – wieder eine kurze Geh- und Verpflegungspause einlegte, um wenig später wieder mit mir zusammen weiterzulaufen.

Zweifellos erwies es sich für uns beide als großer Vorteil, dass wir dank der vielen gemeinsam absolvierten Marathons der letzten Wochen bestens aufeinander eingespielt sind und einander so immer wieder über kleinere Durchhänger hinweg helfen konnten. Zumindest halfen unsere vielen gemeinsamen Laufabschnitte uns beiden prima über „die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ hinweg, auch wenn wir meistens wenig beim Laufen sprachen.

Christine ist durstig. (Foto: Steffen N. Christensen)

Auch in Sachen „kontrolliertes Trink- und Ernährungsverhalten“ hatte Christine in den vergangenen Monaten sehr viel hinzu gelernt, was sie nun nutzbringend umsetzte.

Als auch sie irgendwann feststellte, dass wir beide uns wieder einmal Stefan Samuelsson zum Überholen näherten und sie tatsächlich gerade, weil im Moment rundengleich mit ihm, ihn in der Gesamtwertung überholte, versuchte ich Stefan mit der Frage zu provozieren, ob er sich wirklich von einer Frau „versägen“ lassen wollte.

Daraufhin meinte er erst, er sei Gentleman, fügte dann aber anerkennend hinzu, dass er Christines Leistung gegenwärtig nichts entgegen zu setzen habe. Was im Endeffekt auch stimmte: Bis zum Ende des Laufes verlor er auf Christine ganze 14,3 km (= 57 Runden)!

Wer mich ebenfalls sehr überraschte und dabei durchaus beeindruckte, war Sabine Winkler. Sie war am frühen Samstagmorgen gegen 2 Uhr (nachts!) von zu Hause in Mecklenburg aufgebrochen, also bereits am Start keineswegs so ausgeruht wie wir anderen. Auch hatte sie bislang überhaupt erst acht Marathons (und keinen einzigen Ultra) in ihrer Vita stehen. Und dann hatte sie selbst in den letzten Wochen kaum nennenswerte Trainingsumfänge geschafft, wobei die 21,5 km am 01.01. und die Marathondistanz am 03.01. (jeweils an den Teichwiesen) ihre einzigen längeren Einheiten waren.

Und trotzdem blieb sie – während viele andere Läufer mehr pausierten als liefen – unbeirrbar auf der Strecke und marschierte halt, als laufen nicht mehr recht ging, Runde für Runde. Schließlich hatte sie eine dicke Blase unter dem einen Fußballen und zudem eine abgelöste Zehenkuppe, so dass sie teilweise kaum wusste, wie sie noch auftreten sollte, und sich am Ende damit begnügte, zum ersten Mal in ihrem Leben mehr als 100 km am Stück zu Fuß zurückzulegen und nach 20:31:59 h und 100,484 km zufrieden aufzuhören. Immerhin wurde sie unter 62 Teilnehmern 46. Gesamt und zudem achte von elf Frauen. Weitere 7 oder 8 Läufer konnten sich erst während der letzten 3 ½ Stunden an ihr vorbeihangeln.

Einer von ihnen war unser „Altkanzler“ Heinz-Helmuth Kohl, der aus seinen bisherigen beiden 24-Stunden-Events in Delmenhorst und Bernau (beide 2008) eine PB von 121 km mitbrachte. Auch er machte mangelnde Leichtigkeit und Schnelligkeit durch Motivation und Beharrlichkeit wett und hielt sich eisern auf der Hallenrunde. Ich denke, dass er – nach Christine und Sabine – am meisten bei diesem Lauf an Erfahrung gewonnen haben dürfte, wie man sein Potential am besten umsetzt und wie man am besten Tiefs vermeidet bzw. sie wenigstens überwindet. Wobei es mir immer wieder Spaß machte, ihn mit irgendwelchen flapsig klingenden, aber im Kern ernst gemeinten Sprüchen wieder voranzutreiben.

So hatte ich zum Beispiel, als der „Kanzler“ sich in den letzten Stunden so schlaff dahin schleppte, mehr Haltung eingefordert, und tatsächlich nahm Helmut zumindest dann, wenn er mich bemerkte, immer wieder eine straffere Haltung an und beschleunigte dabei unwillkürlich seinen Schritt…

Er belohnte sich schließlich mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 122, 590 km und Rang 34 (von 62)!

Da hatte Pam Storey, meine englische Lauffreundin, schon weit mehr Pausen auf ihrer Liste! Auch wenn sie insgeheim mit einer Leistung über 110 oder gar über 120 km geliebäugelt hatte (was sie in Normalform durchaus laufen kann), so standen diesmal eben „nur“ 110,030 km auf ihrem Tacho, was nichtsdestotrotz einen neuen britischer W60-Rekord über 24 Stunden Indoor darstellt!

Tja, und dann gab es da ja noch die sogenannten „Pausen-Könige“ des 100MC, angeführt vom ungekrönten „Vereinsrekordler“ in dieser Disziplin, nämlich Torsten Birnbach: „Birne“ hatte zwar ebenso zügig und stark begonnen wie viele andere Läufer, legte dann jedoch ganze Serien von Pausen ein, in denen er nicht etwa kurz schlief, sondern lange herumlag oder -saß und einfach nur „schön“ klönte. Und da er dabei mit „Affenzahn“ Thomas Radzuweit, „Laufgenosse“ René Wallesch sowie dem Hamburger Jörg Hafner drei nahezu ebenbürtige „Mit-Pausierer“ fand, kam er „irgendwie“ viel zu wenig zum Laufen.

Unsere Pausen-"Könige": Birne pennt und Affenzahn spielt an seinen Füßen herum, während wir anderen einfach nur laufen. (Foto: Steffen N. Christensen)

Wenn er denn schon mal lief, dann fegte er jedoch wie angestochen durch die Hallenflure, wobei er es zwischenzeitlich schon mal schaffte, seinen Rückstand auf mich von 145 auf 139 Runden zu reduzieren, ehe er die nächste Pause ansteuerte. Am Ende lag er mit 104,001 km auf Rang 42 … und ganze 249 Runden hinter mir.

„Affenzahn“ Thomas Radzuweit, der ja immerhin zwischendurch seine Pausen unterbrechen „musste“, um draußen eine zu rauchen, und bei dieser Gelegenheit auch die eine oder andere Runde lief, brachte es auf 138,165 km und Rang 22, während alleine „Laufgenosse“ René Wallesch (ausgeruht, wie er war) ein starkes Finish demonstrierte und zum Ende hin noch einmal richtig Boden gutmachte. Phasenweise sah es so aus, als ob er noch einmal gefährlich dicht zu mir aufschließen könnte, doch reichte es dann „nur“ für 163,286 km und Rang 12.

Meine zweite Laufhälfte ist schnell umrissen: Gerade als um 22 Uhr die 12-Stunden-Läufer auf die Strecke losgelassen wurden, fehlten mir gute 6-8 Meter zum Beenden meiner 383. Runde, zeigte mein Tachostand also 96,21 km. Dies war eindeutig mehr als am Seilersee im April 2008 und nur rund 1 km weniger als in Schenefeld 2008.

Bis km 125 hielt ich noch diesen Schnitt knapp schneller als 9 min/km, bevor ich – nun im letzten Zeitdrittel des Laufes – immer wieder längere Abschnitte marschierte, weil sich mein Lauf- und mein Marschtempo nun nicht mehr so wesentlich voneinander unterschieden (und Marschieren wesentlich weniger anstrengend war).

Nach rund 21:56 h passierte ich die 155-km-Marke, meine bisherige Indoor-Bestleistung aus dem Jahr 2000, und nach rund 23:05 h hatte ich auch die 100-Meilen-Marke erfolgreich hinter mich gebracht. Erst als ich während der letzte Stunde sah, dass ich auch meine bislang drittbeste 24-Stunden-Leistung von 166,108 km (Scharnebek 1996) würde knacken können, legte ich noch einmal etwas zu und erreichte schließlich 166,552 km (plus ca. 30-40 Meter in der unvollendeten allerletzten Runde), was – mit Startnummer 11 – dann Gesamtrang 11 ergab.

Nach dem Lauf musste ich mich dann bis zur Siegerehrung (bei der ich wie jeder der 14 Läufer mit mehr als 160 km ein Sonder-T-Shirt als Auszeichnung bekam) erst einmal für rund eine halbe Stunde hinlegen und schlafen.

Nach weiteren 40-60 Minuten Schlaf waren Birne und ich dann endlich willens, zum Duschen zu gehen und anschließend gleich zusammen mit Pam die Heimfahrt anzutreten. Auch die Rückreise beinhaltete dann zwei weitere allgemeine Schlafpausen, denen ich als Beifahrer zahlreiche persönliche Schlafphasen hinzufügte.

Und gegen 19.30 h beschlossen Pam und ich (nach einem leckeren chinesischen Essen), eine weitere Stunde zu schlafen, aus denen dann unvermittelt zwölf Stunden bis zum nächsten Morgen wurden. Aber dies störte dann niemanden mehr.

Auf jeden Fall erwies sich Aarhus als eindrucksvolles und erfolgreiches Laufwochenende mit einem 24-Stunden-Indoor-Lauf voller Erinnerungen und mit einer neuen diesbezüglichen PB.

Bleibt am Ende noch ein riesengroßes „Dankeschøn“ an RD Kent Møller und seine fantastischen und jederzeit freundlichen und hilfsbereiten „Officials“! Ihr wart alle wirklich „Spitze“!

(cho)

15.1.09 23:05
 
Letzte Einträge: FEM # 835 – Teichwiesen (# 1077) – Michael Schumacher Marathon am 15.01.2014 – Ergebnisbericht, FEM # 836 – Teichwiesen (# 1078) – Tom Crull Marathon am 18.01.2014 – Ergebnisbericht, Teichwiesen – Ausschreibung für Februar 2014, FEM # 837 – Teichwiesen (# 1079) – Friedrich Cl. Gerke Marathon am 22.01.14 – Ergebnisbericht, Link zur Übersicht und Online-Anmeldung aller 'Fun & Erlebnis Marathons', Teichwiesen – Ausschreibung für März 2014


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Löffel (16.1.09 15:14)
In der Disziplin "Rennen verpennen" hatte Birne uns alle ja in Schenefeld bereits gnadenlos versägt. :-)


Christian / Website (16.1.09 16:07)
Klar, in dieser Disziplin ist er unschlagbar und zweifellos Vereinsrekordler!


Tor Rønnow / Website (16.1.09 20:03)
Nice story, Christian... and once again congratulations on your impressive milage !

We'll meet unter water

Tor

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