Der Birgitte Munch Nielsen Marathon am Montag, dem 26.12.2011 (2. Weihnachtstag), um 09 Uhr war ganz ohne jeden Zweifel einer der besonderen Teichwiesen-Marathons. Dies lag allerdings nicht am Wetter (auch wenn wir Temperaturen um 9-11 °C und dazu teilweise Sprühregen in den letzten Jahren über Weihnachten eher selten hatten), sondern vor allem am besonderen Hintergrund dieses Laufes, bei dem jeder der Finisher gleich zwei Medaillen bekam:
Zum einen war es der Geburtstag von Dänemark „Läuferprinzessin“ Birgitte Munch Nielsen, die mit rund 230 Marathons die dänische Frauenrangliste anführt und zudem Tochter von „Klub 100 Danmark“-Chef Anders Munch Madsen ist. Sie zierte (zusammen mit Peter Wieneke) die eine Medaille.
Zum anderen war es der 300. Marathon/Ultramarathon von Christine Schroeder (Hamburg), die diese Marke als erst dritte deutsche Läuferin nach Sigrid Eichner und Rosemarie von Kocemba erreichte, und dies von 0 auf 300 in gerade einmal 4 Jahren und 8 Monaten! Christine zierte folgerichtig die zweite (Sonder-)Medaille.
Na ja, und zum dritten war es auch der 1800. Marathon/Ultramarathon von Veranstalter Christian Hottas (Hamburg)…
Von den acht Voranmeldern fehlten zwei: Christian Fehling (Marschacht) meldete sich während des Laufes per Facebook-Kommentar wegen Verletzung ab, Jürgen Reinert (Lauf) fehlte einfach so. Dafür traten mit Sven Peemöller (Bad Oldesloe) und Christines Schwester Gabriele Mayer (Tanzania) zwei Tagesnachmelder an. Somit blieb es bei acht Teilnehmern.
Vom Start weg übernahmen natürlich gleich Ole Sporleder (Hamburg, diesmal ohne Plattfuß per Fahrrad angereist) und Sven Peemöller die Führung. Ihr Tempo konnte natürlich weit und breit niemand mithalten, so dass sie rasch mit dem Überrunden ihrer Konkurrenten begannen. Immerhin leistete Rainer Pufahl (Müssen) gelegentlich ein wenig Widerstand beim Überrundet-Werden und schaffte es, insgesamt rund zwei Runden mit den beiden Spitzenreitern mitzuhalten.
Eingangs der 14. Runde stellte Sven dann fest, dass er für seine angestrebte Zielzeit viel zu schnell unterwegs war, und nahm folgerichtig sogleich ein wenig Tempo heraus. So lief Ole nun allein dem ungefährdeten Tagessieg entgegen, den er in 3.24.16 h dann auch nach Hause brachte, während Sven in den schon vor dem Start angesagten 3.33.33 h Tageszweiter wurde. Seine Zielzeit wurde übrigens pastoral bezeugt…
Rainer spielte ein ähnliches Spiel wie Sven und holte sich in 4.44.44 h absolut ungefährdet Rang 3.
Hinter diesen dreien hatte sich zunächst ein Quartett gebildet, das aus den beiden Jubilaren, also Christine Schroeder und Christian Hottas, sowie Christines Schwester Gabriele Mayer und Peter Wieneke (Hamfelde) bestand. Dicht dahinter sicherte zunächst Hartmut Feldmann das Feld nach hinten ab.
Eingangs der dritten Runde überholte Hartmut „klammheimlich“ das Quartett am Verpflegungsstand, beschleunigte und enteilte den Vieren.
In Runde 4 stellten die beiden Schwestern dann plötzlich fest, dass es sie nervte, wenn Christian und Peter ihnen so dichtauf folgten. Dabei hatten die beiden Mädels durchaus einen ziemlich flotten Schnitt drauf, den die beiden Männer (die beide ja schon ihren vierten Marathon innerhalb von vier Tagen liefen) in ihrer Aufwärmphase nur mit etwas Anstrengung halten konnten.
Jedenfalls fiel das Quartett plötzlich auseinander: Peter trat die Flucht nach vorn an und machte sich auf die Verfolgung Hartmuts, Christine und Christian liefen gemeinsam weiter, während Gabriele sich zurückfallen ließ…
Während der dritten und vierten Stunde des Marathons trafen dann die ersten Festgäste ein: Schon zuvor war Maren Peemöller (Svens Frau) mit Hund Blacky vor Ort gewesen; sie ging des Läufern so lange Runde für Runde entgegen, bis Sven im Ziel war.
Nun jedoch trafen Gabrieles Stiefsohn mit Partnerin und Hunden ein, die den Streckenabschnitt vor und hinter dem Ziel mit rund 100 bunten Luftballons schmückten. Während der letzten beiden Runden des C&C-Duos kamen auch noch Gabrieles Mann Rolf Mayer, Christines Mann Rolf Schroeder sowie Christines Mutter dazu. Und schließlich gesellten sich auch 100MC-Sportwart Peter Kellermann und Frau Sabine zu dem bunten Treiben an den Teichwiesen.
Peter hatte Hartmut tatsächlich eingeholt und überholt, ließ sich dann jedoch in der vorletzten Runde wiederum von Hartmut versägen, so dass Hartmut in 5.31.43 h Vierter und Peter in 5.37.37 h Fünfter wurde.
Christine und Christian hatten zwar eine Zielzeit um 6.10 Std. angepeilt, lagen aber ziemlich lange noch auf Kurs um 6 Stunden herum. Allerdings verloren sie durch Begrüßungs- und Klönpausen mit Christines Gästen immer wieder etwas Zeit, auf die es jedoch an diesem Jubeltag nicht wirklich ankam und die sie auch nicht wieder herausliefen. So erreichten beide nach zwei nahezu gleichen Streckenhälften (und mit Peter Wieneke als „Eskorte“ in der Schlussrunde) als Tagessechste das Ziel in 6.04.24 h.
Damit hatte Christine ihren 300. Marathon/Ultra und Christian seinen 1800. Marathon/Ultra im Kasten!
Beide wurden von ihren Gästen mit Sekt und Luftschlangen gefeiert und bekamen Minuten nach Zielankunft schon von Peter Kellermann die entsprechenden Ehrenurkunden des 100 Marathon Clubs.
Gabriele hatte ihren Lauf übrigens wie angekündigt kurz vor dem Finish ihrer „kleinen Schwester“ (genauer: während Christines Schlussrunde) nach 12,3 Runden = 31,86 km beendet, um sich rechtzeitig in die Gratulantenschar einreihen zu können. Sie wird dann an Silvester wieder über die volle Distanz von 43,5 km gehen bzw. laufen.
Dass die von Christine extra zu diesem Anlass gebackenen Tintenfisch-Plätzchen und der leckere Schokokuchen im Ziel reichlich Anklang fanden, bedarf angesichts des berühmt-berüchtigten Läuferappetits keiner weiteren Ausführung…
PS: Auf dem Weg zum Parkplatz hatte der Veranstalter dann Gelegenheit, ein paar Sätze mit Christines Mutter zu wechseln, die Christine bereits bei ihrem 100. Marathon/Ultra Anfang September 2009 in Gardelegen begleitet hatte und extra zu diesem neuen Jubiläum Christines aus Zarrentin angereist war. Dabei stellte Christines Mutter fest, dass sie auf ihre jüngere Tochter wirklich sehr stolz sei. (Zu Recht, wie ich meine.)