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SINA VON KOCEMBA (14.02.1995 – 25.01.2011)

Wie ich im Rahmen des 14. Holtenauer Gelände-Marathons erfuhr, hat uns eine weitere Marathon-Persönlichkeit in diesem Jahr verlassen: Sina von Kocemba, geboren in der Nacht vom 14. zum 15.02.1995, starb am 25.01.2011 kurz vor ihrem 16. Geburtstag.

Weltweit dürfte es keinen Hund gegeben haben, der auch nur halbwegs so viele Marathons und Ultramarathons „in den Pfoten“ hatte. Über viele Jahre war Schäferhündin Sina nicht nur eine stets treue Begleiterin ihres Frauchens Rosemarie von Kocemba, sondern auch eine feste Größe in der 100MC-Laufszene und in der Teichwiesen-Szene und hatte dabei – einschließlich einiger erfolgreicher Rennsteig-Supermarathons sowie Bieler Hunderter – 367 Marathons/Ultramarathons erlaufen.

Für Sina gab es nichts Schöneres, als draußen in der Natur „ihr Menschenrudel“ sicher und möglichst vollständig über die Distanz zu bringen. Gelang ihr dies wieder einmal bestens, so wirkte sie im Ziel stets mindestens so zufrieden wie ihre zweibeinigen Mitläufer.

Oftmals fragten wir uns allerdings unterwegs, wer hier eigentlich wen steuert: Sina hatte eine Vielzahl von Tricks auf Lager, um das Tempo ihres Rudels nach Bedarf zu drosseln (damit das langsamste Mitglied nicht verloren ging) oder zu forcieren (wenn alles super und problemlos lief).

Musste sie (nach einer „Busch-Pause“ Rosis) die entstandene Lücke zum Rudel schließen, so gelang ihr das stets problemlos, wobei Rosi manchmal fast hilflos an Sina hing und diese zumindest auf den letzten einhundert Metern hinter mir herfiepte wie ein Welpe nach der Mutter.

Ähnlich forcierte Sina gerne das Tempo ihres Rudels, wenn es galt, zu einem/r ihr bekannten und geliebten Läufer/in aufzuschließen, auch wenn es dabei ums Überrunden ging. Umgekehrt ließ sie die/den Überrundete/n dann jedoch ungern zurückfallen.

Über viele Jahre konnte ich in Internet-Profilen die Frage nach meinem liebsten Mitläufer bzw. meiner liebsten Mitläuferin ohne zu zögern beantworten mit „Sina – die ist immer gut drauf und meckert nie!

Ganz besondere Läufe in unserer gemeinsamen Sammlung waren stets die Rennsteig-Supermarathons: War Sina (mit Rosi) in meiner Nähe, so griff ich stets an der Ebertswiese ganz „versehentlich“ drei statt sonst zwei Wiener Würstchen, und prompt fiel mir doch Sekunden später ebenso „versehentlich“ das dritte Würstchen direkt vor Sina herunter: Sina kannte das bereits und zögerte keine Sekunde…

Sina 2009 im Ziel des Rennsteig-Supermarathons (mit eigener Medaille), glücklich und zufrieden nach ihrer 10. (und letzten) erfolgreichen Teilnahme

Über viele Jahre war es außerdem an den Teichwiesen Tradition, dass das allererste Lebkuchenherz der Wintersaison Sina gehörte, und das allerletzte ebenso. Dies galt bis zur Saisoneröffnung 2010/2011 so, auch wenn Sina zuletzt nur noch wenige Runden ganz langsam mitlaufen konnte und dann geschafft, aber zufrieden in Rosis Auto ausruhte.

Da Sina stets darauf spekulierte, dass ich wieder einmal etwas Genießbares in meinen Jackentaschen aufbewahrte (was auch recht oft der Fall war), hing sie oft ganz besonders an mir. So düste sie einmal, als Rosi und Sina mich bei einem Teichwiesen-Marathon überrundet hatten und eigentlich gerade im Ziel ankamen, „volle Pulle“ weiter in meine (!) Schlussrunde. Da blieb Rosi nichts anderes übrig als diese Zusatzrunde mitzulaufen.

Umgekehrt zeigte Sina uns, wenn wir über Ostern mal wieder drei Runden mehr und damit 50 km statt Marathon liefen, spätestens in der zweiten Zusatzrunde, dass wir uns ihrer Ansicht nach diesmal „verzählt“ hatten. Was sie natürlich nicht hinderte, trotzdem diese Zusatzrunden unverändert motiviert mitzulaufen.

An einem Ostern indessen hatte sie dazu einmal gar keine Lust: Da saß der Veranstalter nämlich zusammen mit anderen Läufern, die bei der Marathondistanz aufgehört hatten, auf den Bänken am Großen Teich, als Rosi und Sina nach ihrer ersten Zusatzrunde vorbeiliefen. An diesem Tag musste Rosi ihre letzten beiden Runden dann allein laufen, während Sina es vorzog, die von „ihren“ Läufern ins Wasser geworfenen Stöckchen zu apportieren.

2008 war so gar nicht ihr Jahr: Da hatte sie sich im Januar einen Schlaganfall zugezogen, was sie nicht hinderte, sechs Wochen später bereits wieder ihren ersten Marathon (im Öjendorfer Park) zu laufen. Vom Schlaganfall merkte man nur etwas, wenn sie sich nach einer ihrer geliebten Badepausen im Öjendorfer See oder im Großen Teich schüttelte. Dann nämlich drohte sie zumindest anfangs manchmal das Gleichgewicht zu verlieren. – Im selben Sommer erlitt Sina zudem noch eine Magenverdrehung und musste notoperiert werden, doch auch diese Krise, die für viele Hunde das endgültige „Aus“ bedeutet, überstand sie bravourös.

Über Ostern 2010 finishte Sina auf „ihrer“ Strecke an den Teichwiesen ihre letzten beiden Marathons bzw. Ultras:

Karfreitag, den 02.04.2010, hatte sie dabei jedoch nach rund 400-500 Metern unserer 14. Runde (kurz vor dem Waldteich) einen so heftigen Leistungseinbruch, dass Rosi und ich kurz überlegten, umzudrehen und sie zurück ins Auto zu bringen. Glücklicherweise ging direkt vor uns Harald Petersen, den Sina ebenfalls liebte. Er hatte gerade seinen Marathon fertig und hatte beschlossen, die drei Zusatzrunden zu gehen, um erst kurz vor Günter Heyers Marathonfinish im 50-km-Ziel zu sein und vor der gemeinsamen Rückfahrt nach Kiel nicht zu lange warten zu müssen. Harald übernahm Sina, die sich heftig bellend beschwerte, als Rosi und ich ihr erstmals in ihrem Leben davonliefen und sie später sogar noch einmal überrundeten. Immerhin beendete Sina nicht nur ihren Marathon, sondern begleitete Harald gehend auch noch bei seiner 19. (= ihrer 17.) Runde.

Nachdem sie dann am Ostersamstag und Ostersonntag jeweils nur Teildistanzen von 8,3 bzw. 6,3 Runden gelaufen war, war sie am Ostermontag, dem 05.04.2010, wieder richtig gut aufgelegt. Allerdings nahmen Peter Wieneke und ich sie dieses Mal mit, als Rosi kurz in die Büsche musste. Auch dies kannte Sina so gar nicht: Ohne Rosi kann „hund“ doch nicht laufen! Es dauerte eine halbe Runde, bis Sina diese Situation akzeptierte und widerstandslos neben Peter und mir mitlief. Umso glücklicher war sie dann, als Rosi „unvermittelt“ wieder zum Rudel dazustieß: Wegen ihrer Schwerhörigkeit hatte sie Frauchen gar nicht nahen gehört!

Neben dem Hörvermögen ließ auch Sinas Sehvermögen (nicht jedoch der Geruchssinn!) in den letzten Lebensjahren nach. So konnte sie im Schnee zuletzt rote Gummibärchen allein aufgrund des besseren Kontrastes deutlich besser als gelbe erkennen, obwohl Hunde üblicherweise besser Gelb als Rot sehen können. War aber ja nicht schlimm: Folglich blieben alle roten Gummibärchen für Sina reserviert…

Jedenfalls lief es bei Sina an besagtem Ostermontag, dem 05.04.2010, dermaßen gut, dass sie nicht nur die 16,3 Runden der Marathondistanz problemlos schaffte, sondern sogar noch die drei Zusatzrunden der 50-km-Distanz. Dies war dann ihr 367. und zugleich letzter gefinishter Marathon/Ultramarathon.

Ihre allerletzten Teichwiesen-Runden überhaupt absolvierte Sina am 17.10.2010 bei herrlicher Herbstsonne und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Solches Wetter liebte sie. Gemeinsam mit Rosi und mir schaffte sie genau drei Runden (jeweils in 24er Zeiten), knickte jedoch dann genau am Startpunkt plötzlich mit den Hinterbeinen weg. Nach einer kurzen Erholungspause konnte sie wenigstens wieder gehen, und Rosi und ich brachten sie zu Rosis Auto…

Sina lebte ohne jeden Zweifel ein erfülltes und qualitativ selten gutes Hundeleben voller Lauferlebnisse in der freien Natur und zusammen mit „ihren“ Menschen, die sie auf ihre ganz besondere und ohne jeden Zweifel aufrichtige Weise liebte. Für uns Läufer – vor allem an den Teichwiesen und in Öjendorf sowie in der Kieler Szene – gehörte sie einfach „mit zur Familie“. – Für manche Veranstaltungssprecher war Sina indessen gelegentlich „Rosemarie von Kocembas Blindenhund“.

Den Tierarzt kannte sie bis zum Alter von 13 Menschenjahren (= 91 Hundejahren) quasi nur vom Impfen her. Der zeigte sich stets begeistert von ihrer blendenden Verfassung und Fitness. – Ihre nachlassenden Sinne und Leistungsfähigkeit ertrug sie sehr würdevoll. Bis zuletzt liebte sie es, ganz einfach dabei zu sein, auch wenn sie nur noch ein kurzes Anfangsstück schaffte und dann ins Auto „umziehen“ musste.

Bestimmt hat sie „im Hundehimmel“ schon die ersten paar Dutzend Marathons hinter sich…

- cho –

Sina bei einem ihrer letzten Starts im September 2010 in Öjendorf

4.4.11 22:07
 
Letzte Einträge: FEM # 835 – Teichwiesen (# 1077) – Michael Schumacher Marathon am 15.01.2014 – Ergebnisbericht, FEM # 836 – Teichwiesen (# 1078) – Tom Crull Marathon am 18.01.2014 – Ergebnisbericht, Teichwiesen – Ausschreibung für Februar 2014, FEM # 837 – Teichwiesen (# 1079) – Friedrich Cl. Gerke Marathon am 22.01.14 – Ergebnisbericht, Link zur Übersicht und Online-Anmeldung aller 'Fun & Erlebnis Marathons', Teichwiesen – Ausschreibung für März 2014


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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Olli (5.4.11 14:59)
Sina war eine tolle LÄUFERPERSÖNLICHKEIT! R.I.P.
Schöner (verspäteter) Nachruf, Christian.
Gruß, Olli


Oliver \"the alsterman\" / Website (5.4.11 20:06)
Dem vorher geschriebenen Kommentar schließe ich mich gern an, ein würdiger Nachruf für eine klasse Athletin auf 4 Pfoten. Grüße von der Waterkant an Rosi & Co. Oliver "the alsterman"


Erika (6.4.11 08:48)
Liebe Sina,
du warst ein ganz besonderer Hund und ich hatte dich sehr gern.


Quentsch / Website (6.4.11 18:42)
Christian, toller Nachruf für einen ungewöhnlichen Hund, der auch in Kaltenkirchen einige Marathonläufe absolviert hat!


Tor Rønnow / Website (7.4.11 09:35)
Breaks my heart !

I am happy to have met Sina and have a few pictures as well.

Best regards to Sinas mother Kocemba !

Tor aus Denmark


Frank (11.4.11 10:14)
Lieber Christian,

das hast du ganz wunderbar geschrieben. Und Sina war ein ganz wundervoller Hund.

Viele Grüße

Frank

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